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HEARTBEATS – Lesung im Gedenken an Hans Peter Gansner (1953–2021) & Ira Cohen (1935–2021)

2. Juni 2021

Susann Klossek, Pablo Haller & Florian Vetsch lesen aus dem Werk beider Autoren

»Alles ist Herz; Herz ist alles!«, sagte einmal der am 1. Mai verstorbene Dichter, Romancier und Journalist Hans Peter Gansner (1953–2021). Der Tag der Arbeit passt zu dem bekennenden Linken. Doch wenn einer wie Gansner stirbt und ein weiterer Stuhl leer am Tisch bleibt, kann einem das schon zu Herzen gehen: konsequenter Antikapitalist, schlagkräftiger, scharfzüngiger Kritiker ungerechter Herrschaftsstrukturen, Freund des grossen Oikos, der Pflanzen, Tiere und Planeten, der Menschen auch, Liebender, an Herz-Insuffizienz demütig und kreativ Leidender, fulminanter Barde, freizügiger Conteur, Gründungsmitglied der Solothurner Literaturtage, ein Ausbund an Ideen und Projekten bis zuletzt… Auf der Website des Songdog Verlags schreibt Andreas Niedermann in seinem Nachruf: »Sein Output, sein Œuvre, ist beeindruckend und umfasst so ziemlich jede literarische Gattung. Un vrai homme de lettres.« Bei Songdog, Bern/Wien, erschienen in den letzten Jahren Gansners »Herz«-Gedichtbände; darin spürt er in einem weiten Verweisungszusammenhang den konkreten und symbolischen Bezügen seines Leitthemas nach.

Der vor 10 Jahren verstorbene US-amerikanische Dichter, Fotograf und Filmemacher Ira Cohen (1935–2011), 18 Jahre älter als Gansner, wurde wie dieser von der Beat Generation beeinflusst, insbesondere von Brion Gysin, dem Entdecker der Cut-up-Methode. Surrealismus und Dadaismus, Alchemie, Dante und Rimbaud bildeten weitere Inspirationen seines Schaffens. Cohen unterhielt in New York eine Kammer, in der er die von ihm erfundene Mylar-Fotografie, eine Zerrspiegeltechnik, praktizierte und Jimi Hendrix, William S. Burroughs u.v.a.m. porträtierte. Er lebte in den 1960er Jahren in Marokko und in den 1970er Jahren in Katmandu, Nepal, wo er im Schatten des Himalaya auf einer Reispapier-Handpresse Erstausgaben von Paul Bowles, Diane di Prima oder Gregory Corso druckte. Er hinterlässt zahlreiche Gedichtbände, darunter Wo das Herz ruht (Stadtlichter Presse, Wenzendorf 2010) und Alcazar (Moloko Print, Pretzien 2021), beide zweisprachig erschienen.

Noisma im Kult-Bau

Konkordiastrasse 27
9000 St. Gallen
Moderation: Florian Vetsch

Solothurner Literaturtage

Mit dem ersten Manuskript gleich zu den Solothurner Literaturtagen eingeladen werden, noch bevor das Buch veröffentlicht ist? Geht. Für die Zürcher Autorin Barbara Walder mit ihrem Erstling »Und die Füße weit unten«. Als Gründungsmitglied der Literaturtage auch mal eine Einladung erhalten? Geht auch. Für h.p. gansner, der seine »herz«-Reihe bei Songdog herausgegeben hat. 

Schade – und verständlich –, dass inzwischen auch die Solothurner Literaturtage zu den Solothurner Onlineliteraturtagen geworden sind – die Veranstaltung findet »nicht in gewohnter Form« statt und wird zum »Onlineliteraturfestival«. Wir wissen nicht, ob und in welcher Form h. p. gansner und Barbara Walder einen Platz auf irgendeinem Server oder vor irgendeiner Webcam finden werden. Wir ahnen, dass im Hintergrund möglicherweise ein Bücherregal zu sehen sein wird. Mal sehen – sonst bleibt ja immer noch, sich die Bücher einfach in ausgedruckter Form zusenden zu lassen.

 

»Literaare« leider abgesagt

Die VeranstalterInnen von »Literaare« sahen sich gezwungen, aufgrund der von den Behörden empfohlenen Maßnahmen gegen das Corona-Virus ihre Veranstaltung abzusagen. Schade, aber verständlich. Sie empfehlen »statt einem Besuch am Thuner Literaturfestival ein wenig ›Social Distancing‹ zu Hause auf dem Sofa« – gern natürlich mit Elio Pellin, der am »Literaare« gelesen hätte. Oder nehmt das »Dekameron« wieder mal vom Regal. 

Elio Pellin liest am »Literaare«

Samstag, 7. März 2020

Elio Pellin liest – als »Stimme von Thun« – am 15. Thuner Literaturfestival »Literaare«. 21 Uhr, Halle 6, Scheibenstrasse 6. – Schönes Logo haben die. Küsschen. 

Buchvernissage Elio Pellin: «Der Himmel als Abgrund über euch»

Donnerstag, 31. Oktober 2019

Elio Pellin liest im Café Kairo in Bern aus seinen neuen Roman «Der Himmel als Abgrund über euch», der in den Monaten zuvor als Fortsetzungsroman auf einem eigenen Blog erschienen ist und zum Abschluss der Serie nun als Buch vorliegt. Und dazu gibt’s Suppe.

Solothurner Literaturtage

31. Mai bis 2. Juni 2019

Andreas Niedermann hat eine Einladung an die 41. Solothurner Literaturtage erhalten. Das detaillierte Programm veröffentlichen die Veranstalter am 30. April 2019. 

Solothurner Literaturtage

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